EINIGE BESONDERHEITEN DER SCHLESISCHEN DIALEKTEN

EINIGE BESONDERHEITEN DER SCHLESISCHEN DIALEKTEN

Anna Zavgorodnia

Fakultät für Linguistik

 

Schlesien ist eine Region in Mitteleuropa, die auf dem Territorium der drei Staaten liegt, und zwar: Deutschland, Polen und Tschechien. Jahrhunderte lang existierten mehrere Sprachen, wie Polnisch, Deutsch, zum Teil auch Tschechisch, nebeneinander. Durch diese Bedingungen konnten die Sprachen gegenseitigen Einfluss  ausüben und im Laufe der Zeit entstanden neue Sprachformen wie die schlesischen Dialekte. Das Schlesische lässt sich in folgende Gruppen und Mundarten aufteilen:

Breslauisch (Städterschlesisch), Brieg-Grottkauer Mundart (Brieg-Grottkauer-Schlesisch), Gebirgsschlesisch, Glätzisch, Kräutermundart (Kräuterschlesisch), Neiderländisch, Nordböhmisch (Übergangsdialekt), Oberlausitzisch (Ostlausitzisch),Oberschlesisch.

In denen Gebieten, die auf dem Territorium Polens liegen, kann man einen sehr großen Einfluss der deutschen Sprache bemerken. Z. B. in polnischer Stadt Liegnitz, wo man Kräutermundart spricht, hat Max Gehde folgende Bemerkungen angeführt: ö→e ("Teene" statt Töne, "Techter" statt Töchter), ü →ie (Mühle oder schön als "Miehle" oder "scheen"), ie → i ("schissen" statt schießen oder "gissen" statt gießen), e→ie( Klee, Schnee wird zu i, also "Klie", "Schnie"). „Eigentümlich ist auch, dass oft der kurze offene Laut des Hochdeutschen zum Langen Laut wird, teils offen, teils geschlossen: Mann = "Moan", kann = "koan", Loch = "Looch", Tisch = "Tiesch", Klotz = "Klooz", satt = "soat". Das lange geschlossene "o" in hoch, oben, groß, aber auch das kürzere offene in borgen, Sorgen, Orgel, wird zum "u", teils länger, teils kürzer: "huch", "uba", "gruß";"burgen", "Surgen", "Urgel". Es zeigt sich nicht nur auf den phonetischen lexikalischen Niveaus sondern auch auf den grammischen und syntaktischen. Z. B. im Oberschlesischem verwendet man typische deutsche grammatische Konstruktionen anstelle der standartpolnischen, und zwar: präpositionale Markierung des Attributs statt reines Genitivs; Gebrauch der Präpositionen statt reines Instrumentals; ACI-Konstruktionen statt der Formen der indirekten Rede usw.

Keineswegs gehört das Schlesische zu den Mischsprachen, man bezieht es auf sogenannte Pidgin- und Kreolsprachen, auf Sprachen also, die sich typologisch von den Sprachen der ursprünglichen Kontaktsituation klar unterscheiden. Man kann das Schlesische zu den stärker mit den fremden Elementen durchmischten Sprachen bzw. Dialekten in Europa zählen, was auch insofern auffallend ist, als dies weitgehend ein Produkt  erst der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20 Jh. ist,  als es im Zuge der Industrialisierung und der starken deutschen Dominanz zu umfangreichen Entlehnungen kam. Solche Besonderheiten bemerkt man nicht nur in der Sprache, sondern auch in der Kultur, im alltäglichen Leben. Darauf weisen Doppelnamen von einigen Städten hin (z.B.  Osiny-Rothaus, Zimna Wόdka – Kaltwasser usw.).

Unsere Geschichte lässt ihre Spuren auf unseren Leben, Sprache und Kultur zurück. Manche Völker entnehmen Besonderheiten den anderen Völkern und bilden auf solche Weise neue gemischte Kulturen.

Literaturverzeichnis

1.    http://de.wikipedia.org/wiki/Schlesisch_(deutscher_Dialekt)

2.    http://epub.ub.uni-muenchen.de/11893/1/Kucharczyk_Magdalena_Zur_sprachlichen_Situation_in_Oberschlesien.pdf

3.    http://wwwg.uni-klu.ac.at/eeo/Schlesisch.pdf

4.    http://www.youtube.com/watch?v=QhiHpj0ONZg&feature=related

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